Fragt man zehn Anbieter, was eine Website kostet, bekommt man zehn verschiedene Antworten — und drei davon sind irreführend. Die ehrliche Wahrheit: Website-Preise variieren 2026 zwischen 150 € und 50.000 € pro Jahr. Wo Sie landen, hängt davon ab, wer sie baut und was drin ist.
Dieser Artikel zeigt die vier gängigen Preis-Kategorien mit konkreten Zahlen, erklärt die Leistungen dahinter und deckt die versteckten Kosten auf, die in Angeboten gerne weggelassen werden.
Die vier Preis-Kategorien im Überblick
| Variante | Einmalig | Laufend | Typische Gesamt-Kosten 3 Jahre |
|---|---|---|---|
| Baukasten (Wix, Jimdo) | 0 € | 15–40 €/Monat | 540–1.440 € |
| WordPress selbst | 0 € | 10–30 €/Monat + Zeit | 360–1.080 € + Ihre Arbeitszeit |
| Freelancer | 1.500–5.000 € | Hosting 10–30 € | 1.860–6.080 € |
| Entwickler-direkt (Fixpreis) | 490–5.000 € | 0–490 €/Jahr | 490–6.470 € |
| Klassische Agentur | 5.000–25.000 € | 50–500 €/Monat | 6.800–43.000 € |
Wix, Jimdo & Co. — wofür es reicht
Baukästen sind günstig im Einstieg und technisch in der Lage, eine funktionierende Website auszuliefern. Für einen Hobby-Fotografen, ein Vereinsportal oder eine digitale Visitenkarte mit 3–5 Unterseiten reicht das oft aus.
Was Sie bekommen
- Fertige Templates, per Drag & Drop anpassbar
- Hosting, SSL, Backup in den monatlichen Kosten enthalten
- Kontaktformulare, einfache Galerien, Blog
- Mobile-Ansicht automatisch generiert
Was Sie nicht bekommen
- Wirklich individuelles Design — alle Wix-Websites sehen verwandt aus
- Echte SEO-Kontrolle (URL-Struktur, Schema, Performance)
- Eigener Server — Sie sind an die Plattform gekettet
- Einfache Portierung — ein Umzug bedeutet praktisch Neubau
Wer in drei Jahren die Website weiterentwickeln möchte, steht beim Baukasten oft vor einem Umzug — und die ursprünglichen Kosten waren dann nur der Anfang.
Freelancer — Chancen und Risiken
Freelancer sind der klassische Mittelweg: günstiger als eine Agentur, individueller als ein Baukasten. Die Preisspanne liegt bei 1.500–5.000 € für eine Business-Website mit 5–10 Seiten, abhängig von Erfahrung und Schwerpunkt.
Chancen
- Direkter Kontakt, kein Agentur-Overhead
- Individuelles Design ohne Template-Gefühl
- Oft faire Preise durch schlanke Strukturen
Risiken
- Qualitäts-Varianz hoch: von Vollprofi bis Neueinsteiger alles dabei
- Vertretung im Krankheitsfall oft nicht geregelt
- Laufende Wartung nach Projekt-Ende nicht immer klar
- Kalkulation oft nach Stunden — Projekt kann teurer werden als geplant
Klassische Agentur — wann es sich lohnt
Agenturen starten meist bei 5.000 € und können bei grösseren Projekten problemlos 25.000–50.000 € erreichen. Dafür bekommen Sie Projektmanagement, Konzept, Design, Entwicklung, SEO-Basis und meist 6–12 Monate Wartung im Paket.
Sinnvoll ist eine Agentur, wenn Sie ein grösseres Unternehmen mit Marketing-Abteilung sind, Kampagnen-Arbeit parallel benötigen und genug Budget haben, um den Agentur-Overhead mitzutragen. Für Solo-Selbstständige und kleine KMU sind Agenturen meist überdimensioniert und führen zu Überinvestition.
Entwickler-direkt — der Mittelweg, der oft übersehen wird
Eine Kategorie, die in den meisten Vergleichen fehlt: der direkte Kauf bei einem Entwickler zum Fixpreis. Keine Agentur-Hierarchie, kein Account-Manager, aber trotzdem individuelles Design und echte Tech-Qualität. Preislich zwischen Freelancer und Agentur, oft mit transparenten Paketen statt Stundensatz-Kalkulation.
- Fixpreis: keine bösen Überraschungen
- Individuelles Design, kein Template
- Technisch auf Agentur-Niveau (Next.js, TypeScript statt WordPress-Flickwerk)
- Ein Ansprechpartner, direkt und ohne Ticket-System
- EU-Hosting und DSGVO-Grundlagen meist ab Werk enthalten
Versteckte Kosten — wo Angebote gerne schweigen
Ein Angebot von 2.500 € wird gern mit 500 € Folgekosten pro Jahr schön gerechnet — in der Realität kommen schnell weitere Posten dazu. Diese sechs lohnt sich vor Beauftragung abzufragen:
- Hosting nach Jahr 1 — bei vielen Freelancern nicht inkludiert
- SSL-Zertifikat — heute Standard, bei mancher Hosting-Option extra
- Security-Updates für WordPress, Plugins, Themes (nötig, sonst Abmahnrisiko)
- Cookie-Banner-Dienst (Usercentrics, Cookiebot — ab 10 €/Monat)
- DSGVO-Anpassungen bei Rechtsprechungs-Änderungen
- Content-Änderungen und kleinere Anpassungen (Stundensatz 80–150 €)
So kalkulieren Sie Ihr Website-Projekt
Eine ehrliche Projekt-Kalkulation hat vier Punkte. Gehen Sie durch diese, bevor Sie ein Angebot einholen — dann bekommen Sie vergleichbare Zahlen statt Bauchgefühl:
- Ziele definieren: Lead-Generierung, Online-Buchung, Shop, reiner Informations-Auftritt?
- Umfang schätzen: Wie viele Unterseiten? Blog? Shop? Terminbuchung?
- Technische Anforderungen: Mehrsprachig? CRM-Anbindung? Portal? DSGVO-Schwerpunkt?
- Budget-Rahmen für 3 Jahre: nicht nur Einmalkosten, sondern auch Hosting und Pflege
Mit diesen vier Punkten können Sie Angebote fair vergleichen — und merken schnell, wenn jemand Äpfel mit Birnen vergleicht.
Fazit
Für Solo-Selbstständige und kleine KMU im DACH-Raum liegt der Sweet Spot 2026 zwischen 990 und 3.500 € einmalig. Baukasten ist nur bei minimalem Anspruch sinnvoll, klassische Agentur meist überdimensioniert. Der direkte Weg zum Entwickler mit Fixpreis ist die unterschätzte Option — hohe Qualität, transparente Kosten, ein Ansprechpartner.
Nächster Schritt
Website zum Fixpreis, ab 490 €
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